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Lost in Neumünster

… am dritten Juli im ehemaligen Fielmann-Gebäude. Allerdings etwas entkernt momentan, ein Airbnb der Kultur & Kunst , die nicht in andere Orte kann/ darf/ möchte. Bespielt und bestuhlt für FiN mit Unterstützung durch das KDW (danke, Siegbert!)

Ein bisschen verloren war’s schon in dem großen leeren Haus bei etwa zwanzig Gästen im Publikum. Und einem speziellen Gast als Mitwirkenden: Mohammed Loay Kharbot mit und auf seiner arabischen Oud. Ein paar Bilder, Texte und Töne von dem Abend sind hier zusammengetragen.

Der Frühstückskaffee

Er gießt Kaffee in die Tasse
Gibt Milch dem Kaffee hinzu
Zucker streut er hinein
Rührt mit dem kleinen Löffel
Trinkt seinen Milchkaffee
Stellt die Tasse zurück
Kein einziges Wort
Hat er für sie.

Angezündet hat er
Seine Zigarette
Ringe bläst er
Mit dem Rauch
Die Asche nippt er
in den Aschenbecher
Ohne ein Wort
Zu ihr keinen Blick.

Er erhebt sich
Zieht den Hut auf
Streift den Mantel über
Denn es regnet
Er geht fort
Verschwindet im Regen
Ohne ein Wort.
Zu ihr keinen Blick.

So schlägt sie
Die Hand vors Gesicht
Und weint allein.

[ Siegbert Schwab ]
Dystopisches Flattern

Wir flattern infernistisch
Wir flattern schon mit Grund
Wir flattern defätistisch
Wir flattern uns schön wund.

Vorbei ist utopistisch
Wir flattern krank durch’s All
Wir flattern dystopistisch
Und frönen dem Verfall

[ Robert Hirse ]
Das Bein bestimmt das Geküsstsein

Sie hat den Kopf verloren,
aber die Füße wiedergefunden.
Sie standen direkt vor der Tür,
bereit zu stehen und zu gehen.

Die Beine nahmen schnell Verbindung auf
und einigten sich mit den Füßen
über die grobe Richtung.
Jetzt sucht sie den Kopf,
Vor allem Augen und Ohren..
Und natürlich den Mund
um zu küssen, was entgegenkommt.

Advents-FiN

Alle Besucher konnten als Erinnerung ein Lyrik-Heft des Jubilars mit nach Hause nehmen. „Ja doch“ enthält 29 Gedichte aus den letzten fünf Jahren. Restexemplare im KDW.

Roberts Heimspiel

„Unser“ Robert war auf Tour – im KDW Neumünster. Ein Solomix von Literatur und Leben. DaDA-Kostproben fehlten nicht, versteht sich. Und „unser“ Hof-Fotograph“ Tom Giesemann hatte eine kleine Fotoausstellung passend dazu kuratiert.

Zum FiNterview

Wir sind Neumünsters jüngstes kreatives Kollektiv – vermutlich. Im Mai 2022 standen wir das erste Mal auf der Bühne, im KDW. Da waren wir erst zu viert. 25 Prozent weiblich besetzt. Danke, Elisabeth! Einer aber kam dann doch noch: Robert senkte die Frauenquote. In der Alterspyramide reichen wir übrigens bis Ü75.

Was kann man von uns erwarten? Texte und Töne. Tönende Texte. Tonfreie Texte. Textfreie Töne. Meistens recht frisch. Und den Ehrgeiz, jedes Mal ein kleines Extra mitzubringen, einen „special guest“.

Noch mehr über uns? Gerne. Die FiNs haben sich dafür das FiNterview ausgedacht. Mit einem Klick ist man dort. Und findet Antwort auf diese acht wichtigen Fragen:

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Für die Fotos danken wir Tom Giesemann.

Die Lieder bei unserem Auftritt: Lost words, Balou und Snow hare.

Eine kurzer Video-Rückblick

… und so sahen wir aus

vonFallZuFall

Morgens Früh
Erst mal ruhig schauen
Wie der Tag beginnt
Die Sonne aus dem Nebel steigt
Dunkle Ecken, die im leichten Licht versinken
Freude spüren wach zu werden
Froh sein, dass ich bin
Nicht sein muss.

Siegbert Schwab

Elisabeth Wilhelm