Archiv für den Monat: Juli 2026

Lost in Neumünster

… am dritten Juli im ehemaligen Fielmann-Gebäude. Allerdings etwas entkernt momentan, ein Airbnb der Kultur & Kunst , die nicht in andere Orte kann/ darf/ möchte. Bespielt und bestuhlt für FiN mit Unterstützung durch das KDW (danke, Siegbert!)

Ein bisschen verloren war’s schon in dem großen leeren Haus bei etwa zwanzig Gästen im Publikum. Und einem speziellen Gast als Mitwirkenden: Mohammed Loay Kharbot mit und auf seiner arabischen Oud. Ein paar Bilder, Texte und Töne von dem Abend sind hier zusammengetragen.

Der Frühstückskaffee

Er gießt Kaffee in die Tasse
Gibt Milch dem Kaffee hinzu
Zucker streut er hinein
Rührt mit dem kleinen Löffel
Trinkt seinen Milchkaffee
Stellt die Tasse zurück
Kein einziges Wort
Hat er für sie.

Angezündet hat er
Seine Zigarette
Ringe bläst er
Mit dem Rauch
Die Asche nippt er
in den Aschenbecher
Ohne ein Wort
Zu ihr keinen Blick.

Er erhebt sich
Zieht den Hut auf
Streift den Mantel über
Denn es regnet
Er geht fort
Verschwindet im Regen
Ohne ein Wort.
Zu ihr keinen Blick.

So schlägt sie
Die Hand vors Gesicht
Und weint allein.

[ Siegbert Schwab ]
Dystopisches Flattern

Wir flattern infernistisch
Wir flattern schon mit Grund
Wir flattern defätistisch
Wir flattern uns schön wund.

Vorbei ist utopistisch
Wir flattern krank durch’s All
Wir flattern dystopistisch
Und frönen dem Verfall

[ Robert Hirse ]
Das Bein bestimmt das Geküsstsein

Sie hat den Kopf verloren,
aber die Füße wiedergefunden.
Sie standen direkt vor der Tür,
bereit zu stehen und zu gehen.

Die Beine nahmen schnell Verbindung auf
und einigten sich mit den Füßen
über die grobe Richtung.
Jetzt sucht sie den Kopf,
Vor allem Augen und Ohren..
Und natürlich den Mund
um zu küssen, was entgegenkommt.